Charlie und die Schokoladenfabrik
Kurzinhalt:
(sl).
Charlie Bucket (Freddie Highmore) lebt in ärmlichsten Verhältnissen
in einer Stadt, in der auch die Wonka Schokoladenfabrik steht. Doch seit
15 Jahren hat dort niemand mehr einen Arbeiter gesehen. Eines Tages jedoch
verkündet Willy Wonka (Johnny Depp), der exzentrische Fabrikbesitzer,
dass er fünf Kindern die Möglichkeit gibt, seine Fabrik zu besichtigen.
Und eines dieser Kinder wird überdies hinaus noch einen ganz besonderen
Preis gewinnen. Doch erst mal muss Charlie mit ansehen, wie ein Kind nach
dem anderen eine der fünf Goldenen Eintrittskarten findet, die der
Schlüssel in die Schokoladenfabrik sind. Aber das Glück ist auf
Charlies Seite, und durch Zufall findet er die letzte Goldene Eintrittskarte.
Großvater Joseph (David Kelly), der früher für Willy Wonka
gearbeitet hat, begleitet Charlie in die Schokoladenfabrik, in der die Besucher
eine ganz andere Welt erwartet. Was Charlie in der Schokoladenfabrik alles
erlebt, erzählt Regisseur Tim Burton nach dem Kinderbuchbestseller
von Roald Dahl in seinem neuen wundervollen Film "Charlie und die Schokoladenfabrik".
Bewertung: 


(sl). In seinem munter-fantasievollen Inszenierungsstil bringt der berühmte
Regisseur Tim Burton diesmal den beliebten Kinderbuchklassiker "Charlie
und die Schokoladenfabrik" von Roald Dahl auf die Leinwand: Das Fantasy-Abenteuer
erzählt vom exzentrischen Schokoladenfabrikanten Willy Wonka (Johnny
Depp) und dem gutmütigen kleinen Charlie Bucket (Freddie Highmore),
der mit seiner verarmten Familie neben Wonkas wundersamer Fabrik wohnt.
Bei den Buckets gibt es abends meist nur eine dünne Kohlsuppe, die der junge Charlie fröhlich mit seiner Mutter (Helena Bonham Carter), seinem Vater (Noah Taylor) und allen vier Großeltern teilt. Sie wohnen in einem winzigen, windschiefen und zugigen alten Haus, in dem aber die Liebe regiert. Allabendlich wirft Charlie von seinem Fenster aus einen letzten Blick auf die große Fabrik, und wenn er einschläft, malt er sich in seinen Träumen aus, wie es darin wohl aussehen mag.
Seit fast 15 Jahren hat man keinen einzigen Arbeiter die Fabrik betreten oder verlassen sehen, und auch Willy Wonka selbst bleibt unsichtbar. Aber dennoch werden dort nach wie vor große Mengen Schokolade hergestellt und in die Läden rund um die Welt geliefert.
Eines
Tages veröffentlicht Willy Wonka eine folgenschwere Erklärung:
Er will fünf glücklichen Kindern seine berühmte Fabrik zeigen
und ihnen den "gesamten geheimnisvollen Zauber" präsentieren. Die Gewinner
müssen eine Goldene Eintrittskarte vorweisen - fünf dieser Eintrittskarten
werden nach dem Zufallsprinzip auf die Wonka-Schokoladentafeln verteilt.
Nichts würde die Buckets glücklicher machen, als Charlie unter den Gewinnern zu erleben. Aber die Chancen stehen denkbar schlecht, denn die Eltern können sich nur einmal im Jahr eine Tafel Schokolade leisten - die bekommt Charlie zu seinem Geburtstag.
Tatsächlich
wird in den Nachrichten berichtet, wie Kinder in aller Welt eine goldene
Eintrittskarte nach der anderen finden, und Charlies Hoffnung schwindet
zusehends. Die erste Eintrittskarte findet der stets hungrige Augustus Glupsch
aus Düsseldorf, der ausschließlich daran denkt, sich mit Süßigkeiten
vollzustopfen. Dann folgt die verwöhnte Veruschka Salz aus England,
die Wutanfälle bekommt, wenn der Vater ihr nicht alles sofort kauft,
was sie haben will. Die nächste ist Violetta Beauregarde, Champion
im Kaugummikauen, die sich nur für die Siegestrophäen in ihrer
Vitrine interessiert. Und schließlich kommt der launische Micky Schießer,
der ständig damit angibt, dass er klüger ist als alle anderen.
Doch dann geschieht etwas Wunderbares. Im Schnee auf der Straße findet Charlie Geld, das er im nächsten Laden für "Wonkas Wunder-Weichcreme-Füllung" ausgibt - dabei denkt er nur an seinen Hunger und wie gut sie ihm schmecken wird. Doch in der Packung blitzt es golden: Es ist die letzte Eintrittskarte. Charlie darf in die Fabrik! Sein Großvater Joseph (David Kelly) ist von der Neuigkeit derart begeistert, dass er aus dem Bett springt, als ob er um Jahre jünger geworden wäre: Er denkt zurück an die Zeiten, als er in der Fabrik arbeitete, bevor Willy Wonka das Tor zur Stadt für immer verschloss. Laut Familienbeschluss begleitet also Großvater Joseph den kleinen Charlie auf diesem einzigartigen Abenteuer.
In
der Fabrik wird Charlie von seinen Erlebnissen schier überwältigt.
Die von Wonka selbst erfundenen, wundersam glänzenden Apparaturen,
rotieren, knallen, pfeifen und bringen immer wieder aufs Neue die unterschiedlichsten,
höchst appetitlichen Leckereien hervor. Horden von fröhlichen
Umpa Lumpas (Deep Roy) arbeiten sich wie Bergleute durch wahre Buttertoffee-Gebirge
neben einem schaumigen Schokoladen-Wasserfall. Oder sie steuern ein durchsichtiges
Drachenboot aus Zucker über einen Schokoladenfluss, vorbei an Bäumen
mit jeder Menge Zuckerstangen und essbarem Gras aus Pfefferminz. Überreife
und süße Marshmallow-Kirschcreme wächst auf Büschen.
Ein Stück weiter sitzen hundert dressierte Eichhörnchen auf hundert
winzigen Schemeln und nagen schneller als jede Maschine die Nussschalen
auf, die die Nüsse für die Schokoladentafeln liefern. Und Willy
Wonka selbst lenkt einen unglaublichen gläsernen Fahrstuhl in jede
nur denkbare Richtung durch die riesige, fantastische Fabrik.
Fast
so faszinierend wie seine ausgeklügelten Erfindungen ist auch Willy
Wonka selbst: Ein sehr höflicher, aber höchst ungewöhnlicher
Gastgeber. Er denkt praktisch an nichts anderes als an Süßigkeiten
- nur manchmal fällt ihm anscheinend eine Begebenheit aus seiner Vergangenheit
ein, zu der er sich aber nicht äußern mag. Es heißt, dass
Willy Wonka seine Fabrik seit vielen Jahren nicht mehr verlassen hat. Wer
er wirklich ist und warum er sich so völlig auf die Herstellung von
Leckereien konzentriert - darüber kann Charlie nur spekulieren.
Unterdessen erweisen sich die anderen Kinder als ungezogene Bande - sie sind derart mit sich selbst beschäftigt, dass sie die Wunder der Wonka-Erfindungen kaum zur Kenntnis nehmen. Eines nach dem anderen gerät aufgrund seiner gierigen, verwöhnten, böswilligen und besserwisserischen Eigenarten in immer größere Schwierigkeiten, so dass sie den Rundgang schon vor dem Ende abbrechen müssen. Als nur noch der kleine Charlie Bucket übrig ist, präsentiert Willy Wonka ihm das letzte Geheimnis, den absoluten Superpreis... .
Mit "Charlie und die Schokoladenfabrik" ist Regisseur Tim Burton eine im wahrsten Sinne des Wortes süße Verfilmung gelungen. Ein wenig am Edelkitsch vorbeischrammend sind die musikalischen Einlagen der Umpa Lumas, in deren Texten charmant die moralischen Botschaften verpackt wurden, während einem Freddie Highmore als Charlie sofort ans Herz wächst und mit großartigem schauspielerischem Können trotz seines Alters wie auch schon in "Wenn Träume fliegen lernen" beeindruckt. Ebenso gelungen Johnny Depp als Willy Wonka, der in einer ganz eigenen Welt lebt und sich doch nichts sehnlicher als eine Familie wünscht. Überhaupt ist der Film nicht nur das perfekte Familienkino, sondern vor allem ein Plädoyer für die Familie, für Liebe und Selbstlosigkeit.
Fazit:
"Charlie und die Schokoladenfabrik" ist eine brillante Literaturverfilmung:
knallbunt, rührend, komisch und skurril - eben echtes Kino für
die ganze Familie. Unbedingt ansehen!
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