Der König von Narnia
Kurzinhalt:
(pi).
England, während des Zweiten Weltkriegs: Zum Schutz vor Bombenangriffen
werden die Geschwister Peter (William Moseley), Susan (Anna Popplewell),
Edmund (Skandar Keynes) und Lucy (Georgie Henley) von London zum Landsitz
eines alten Professors (Jim Broadbent) geschickt. Beim Versteckspiel entdeckt
die Jüngste, Lucy, in einem leeren Zimmer einen seltsamen Schrank.
Er ist das Tor zu einem magischen Land: Narnia! Von wundersamen Kreaturen,
Zwergen und anderen fabelhaften Gestalten bewohnt, war Narnia einst ein
friedliches Paradies. Doch die Weiße Hexe (Tilda Swinton) hat das
Land mit einem Fluch belegt: Seither herrscht ewiger Winter. Die Älteren
wollen Lucy anfangs nicht glauben, doch schließlich betreten alle
vier Geschwister das geheimnisvolle Land und erleben fantastische Abenteuer
bei ihrem Versuch, den Bann zu brechen und dem Löwen Aslan, dem rechtmäßigen
Herrscher von Narnia, in einer gewaltigen Schlacht zu seinem Recht zu verhelfen.
Mit dem fantastischen Abenteuerfilm "Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia" ist die größte Produktion der Walt Disney Studios aller Zeiten entstanden. Unter der Regie von Andrew Adamson wurde C.S. Lewis’ weltweit beliebter, mehr als 80 Millionen mal verkaufter Klassiker der Fantasy-Literatur aufwändig verfilmt. Für die mystischen Kreaturen und die Spezialeffekte des Films zeichnen Oscar®-Preisträger Richard Taylor und sein WETA-Team verantwortlich. Eine überwältigende Geschichte um Gut und Böse in einer märchenhaften Welt, atemberaubende Schauplätze und beeindruckende Spezialeffekte zeichnen das Kinoereignis dieses Jahres aus!
Bewertung: 

(law).
Kennen Sie Peter, Susan, Edmund und Lucy Pevensie? In England sind die vier
Helden so berühmt wie "Harry Potter", und jedes Kind kennt das magische
Königreich Narnia, obwohl es auf keiner Landkarte der Welt verzeichnet
ist. Hierzulande ist die Fantasybuchreihe "Die Chroniken von Narnia" weniger
bekannt, doch das dürfte sich bald ändern, wenn die Verfilmung
des ersten Teils "Der König von Narnia" in die deutschen Kinos kommt.
Regisseur Andrew Adamson überträgt die Buchvorlage von C.S. Lewis
aus den 50er Jahren mit viel Liebe, märchenhaften Bildern und einem
Schuss "Der Herr der Ringe" für Kinder auf die große Leinwand.
Dabei
ist es vor allem die erste Hälfte des Films, die zu verzaubern weiß,
wenn der Zuschauer ganz sacht von der bitteren Realität des Zweiten
Weltkriegs in eine andere, fantastische Welt entführt wird. Mutter
Pevensie (Judy McIntosh) schickt ihre vier Kinder Peter (William Moseley),
Susan (Anna Popplewell), Edmund (Skandar Keynes) und Lucy (Georgie Henley)
während der Bombenangriffe von London auf das Land, um sie in Sicherheit
zu bringen. Dort landen sie in einer riesigen Villa mit langweiligen alten
Möbeln, in der nur Versteckspielen wirklich Spaß macht. Lucy
versteckt sich in einem seltsamen Garderobenschrank und stolpert prompt
rücklings in eine Schneelandschaft: Das Möbelstück ist ein
Portal in eine andere Welt, das Reich von Narnia.
Die
drei Geschwister wollen Lucy anfangs nicht glauben, doch nach und nach finden
auch sie den Weg in das geheimnisvolle Königreich. Hier lässt
sich der Film viel Zeit und ist ein wunderbares Plädoyer für die
Kraft der Fantasie. Sobald die Filmhelden im Land Narnia angekommen sind,
wird das Erzähltempo schneller - denn unzählige Abenteuer warten
bereits auf sie. Die böse Weiße Hexe Jadis (Tilda Swinton) hält
das ganze Land in ewigem Winter gefangen, und nur die vier Menschenkinder,
von nun an "Adamssöhne" und "Evatöchter" genannt, können
die tiefgefrorene Lady aufhalten. Unterstützt werden sie dabei von
dem weisen Löwen Aslan und anderen merkwürdigen sprechenden Wesen.
Doch Verrat und Heimtücke durchkreuzen ihre Pläne, und die Auseinandersetzung
gipfelt in einer gewaltigen Schlacht. Werden die mutigen kleinen Pevensies
jemals nach Hause zurückkehren?
Vor
allem die verschneiten Landschaften mit prachtvollen Eisbauten, putzigen
Biberhöhlen und liebevoll animierten Tierfiguren sind ein wahrlich
märchenhafter Anblick. Die Darsteller sind auch ohne namhafte Starbesetzung
überzeugend, allen voran die herrlich kostümierte Tilda Swinton,
die die Hexe Jadis frei von den üblichen Klischees mit einer subtilen
Bosheit spielt, und die süße Georgie Henley als Lucy, die die
kleinste im Bunde der Hauptdarsteller ist, aber ihrem Charakter dennoch
die größte Ausstrahlung verleiht.
Im
Verlauf der Handlung fallen jedoch zunehmend Anleihen bei der erfolgreichen
Verfilmung der "Herr der Ringe"-Triologie auf, mit dessen Bombast und Pathos
"Der König von Narnia" nicht mithalten kann. Regisseur Andrew Adamson
hätte hier lieber auf die feinsinnigen Stärken der Literaturvorlage
setzen sollen - stattdessen dichtet er ein zorniges Wolfsrudel hinzu, das
an die bösen Ringgeister bei J.R.R. Tolkien erinnert, und macht aus
einem Gefecht, das im Buch in einem kurzen Absatz abgehandelt wird, eine
epische Schlacht, die aber dementsprechend inhaltslos und leer bleiben muss.
Auch die Schwerter und Bögen wirken an den Kindern eher aufgesetzt
als heroisch.
Doch mit dem versöhnlichen Ende findet der Film zu seiner anfänglichen Magie zurück, und die traumhafte Filmmusik hilft über die zeitweiligen Untiefen der Disney-Produktion hinweg. Harry Gregson-Williams, der bereits Filmen wie "Königreich der Himmel" und "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" zu einer elegisch-einfühlsamen Stimmung verhalf, hat auch hier einige unvergessliche Stücke komponiert. Sie werden das Kino also trotzdem mit einem Lächeln verlassen. Und beim nächsten Blick in Ihren Garderobenschrank vielleicht sehnsüchtig nach Schnee suchen.
Fazit: Wer eine "Herr der Ringe"-Version für Kinder erwartet, wird enttäuscht. Wer eine einfach zauberhafte Märchenverfilmung sucht, wird in "Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia" mit einem traumhaft verschneiten Kinoabend belohnt.
Alle Bilder: Photo Credit: Phil Bray
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