Die Vergessenen

Kurzinhalt:

Die Vergessenen(pi). Telly Paretta (Julianne Moore) wird von den Erinnerungen an ihren neunjährigen Sohn Sam gequält, der 14 Monate zuvor bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Zumindest ist sie davon überzeugt. Ihr Psychiater Dr. Munce (Gary Sinise) und sogar ihr eigener Ehemann Jim (Anthony Edwards) dagegen, versuchen ihr weiszumachen, dass sie an einer Wahnvorstellung leidet, dass ihr Sohn nie gelebt hat. Als nach und nach sämtliche Beweise für Sams Existenz und alle greifbaren Erinnerungsstücke verschwinden, scheint Telly wirklich verrückt zu werden.
Doch dann begegnet sie Ash Correll (Dominic West), dem Vater eines weiteren Opfers des Flugzeugabsturzes - dem einzigen Menschen neben ihr, der sich an Sam erinnern kann. Gemeinsam wollen sie die Wahrheit ans Licht bringen. Doch das Abenteuer, in das sie sich damit stürzen, droht ihnen beiden endgültig den Verstand zu rauben... .

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(sl.) Was wäre, wenn Sie feststellen müssten, dass jeder Moment, den Sie mit Ihren Liebsten erlebt haben, lediglich in Ihrer Einbildung stattgefunden hat? Joseph Ruben ("Der Feind in meinem Bett") inszenierte nach dem Drehbuch von Gerald DiPego ("Phenomenon") einen packenden Psychothriller, in dem die dreifach Oscar®-nominierte Julianne Moore einmal mehr eine fesselnde Leistung liefert - als verzweifelte Mutter, die nicht mehr weiß, ob ihr eigener Sohn Realität oder eine Wahnvorstellung ist. Das glänzende Ensemble ergänzen Dominic West ("Mona Lisas Lächeln"), Gary Sinise ("Forrest Gump") und Anthony Edwards ("Emergency Room"). "Ein eindringlicher Psychotrip (...), der dem Publikum bis zur letzten Sekunde den Atem rauben wird" - sagt der Verleih über den Film "Die Vergessenen", doch das stimmt leider nur bedingt.
Die Vergessenen - Ein Bild aus glücklichen Tagen: Telly und Jim Paretta (Julianne Moore und Anthony Edwards) mit ihrem gemeinsamen Sohn Sam. Julianne Moores Darstellung in "Die Vergessenen" ist allerdings atemberaubend. Die Schauspielerin hatte das Drehbuch förmlich verschlungen: "Was ich für ein Drehbuch empfinde, kann ich immer daran erkennen, wie schnell ich es lese", sagt sie. "Durch dieses bin ich geradezu gerast. Ich war davon überzeugt, dass es ein klassischer, aufregender Psychothriller ist. Ich mag Filme, die schnell, unterhaltsam und unheimlich sind, die aber zugleich Spaß machen. Und dieser hat zusätzlich ein bewegendes, menschliches Element. Die Hauptthematik ist, was wir unseren Kindern, unserer Familie, den Menschen, die wir lieben, gegenüber wirklich empfinden. Das ist das Bewegende an diesem Film."
Die Vergessenen - Ash Correll (Dominic West) und Telly Paretta (Julianne Moore) wollen sich mit dem plötzlichen Verschwinden ihrer Kinder nicht so einfach abfinden. Emotional überzeugend von Julianne Moore gespielt, sind die Achterbahnfahrten durch das Gefühlschaos der Terry Paretta, mit der man sich schnell identifizieren kann, von beängstigender Realität. Man schwankt zwischen Mitgefühl und Argwohn, was sich auch auf den undurchsichtigen Psychiater Dr. Munce überträgt, hervorragend von Gary Sinise dargestellt. Bis fast zum Ende bleibt seine Rolle unklar, wie weit er mit wem unter einer Decke steckt.
Auch Dominic West überzeugt in seiner Darstellung als Vater Ash Correll, der seinen Kummer im Alkohol ertränkt und sich erst wieder an seine Tochter erinnert, als es schon fast zu spät ist.
Die Vergessenen - Psychiater Dr. Munce (Gary Sinise) versucht Telly Paretta (Julianne Moore) zu helfen. Die verschachtelte Handlung führt den Zuschauer immer wieder auf die falsche Fährte, baut den Spannungsbogen gekonnt auf. Und genau hier liegt das eigentliche Drama des Films: Es scheint, als ob Drehbuchautor Gerald DiPego keine Begründung für die verschwundenen Kinder eingefallen ist, denn die zum Bersten aufgebaute Spannung entlädt sich plötzlich in einer Lösung, die mehr als fragwürdig ist - Außerirdische müssen herhalten und ziehen so den Film "Die Vergessenen" fast ins Lächerliche. Wirklich schade, denn so verspielt "Die Vergessenen" sein hohes Potenzial der Schauspieler und einer wirklich spannenden Story, aus der man einen genialen Psychothriller hätte machen können, wenn "die Bösen" nicht aus dem All stammen würden.
Nach dieser Enttäuschung stört es dann auch nicht mehr, dass "Die Vergessenen" zwei unübersehbare Anschlussfehler enthält: Als Terry und Ash in einem Haus auf Long Eiland vor Agenten des NSA Zuflucht suchen, stehen sie im Hellen auf der Terrasse, laufen aber in der unmittelbaren Anschlussszene im Stockdunklen mit Petroleumlampen durch das Haus. Der zweite Fehler folgt kurz darauf: Am nächsten Morgen fährt die Kamera über die Bucht, das Wasser ist still und glatt. Als Terry dann aus dem Haus kommt, weht es plötzlich heftig, und auf dem Wasser sind starke Wellen zu sehen. Da hat wohl Richard Francis-Bruce beim Schnitt gepennt... .
Übrigens hat James Horner mal wieder einen wunderbaren Soundtrack geschrieben. Seine dunkle, geheimnisvolle und ruhige Komposition spiegelt die packende Spannung von "Die Vergessenen" überzeugend wider.
Wer sich an der unglaubwürdigen Lösung nicht stört und vor einer eventuellen Enttäuschung nicht zurückschreckt, dem ist mit "Die Vergessenen" ein doch sehr spannender Film garantiert, in dem sonst alle anderen Komponenten - allen voran die Schauspieler - überzeugen!

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Besetzung und Stab:

Telly Paretta Julianne Moore
Jim Paretta Anthony Edwards
Ash Correll Dominic West
Dr. Munce Gary Sinise
Ann Pope Alfre Woodard
Der Mann Linus Roache
Originaltitel The Forgotten
Filmlänge 91 Minuten
FSK ab 12 Jahren
Regie Joseph Ruben
Drehbuch Gerald DiPego
Produzenten Bruce Cohen
Dan Jinks
Kamera Anastas Michos
Kostüme Cindy Evans
Musik James Horner

Infos:

Weitere Informationen zum Film unter: www.die-vergessenen-der-film.de

Tipp:

CD zum Film

Die Vergessenen Soundtrack

 

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