Harry Potter und der Feuerkelch
Kurzinhalt:
(pi).
In "Harry Potter und der Feuerkelch", dem vierten Teil der Filmreihe nach
den beliebten Harry-Potter-Romanen von Joanne K. Rowling, wird Harry (Daniel
Radcliffe) auf geheimnisvolle Weise als Kandidat für das renommierte
Trimagische Turnier ausgewählt, obwohl er das Mindestalter noch gar
nicht erreicht hat. In diesem spannenden internationalen Wettbewerb muss
er gegen ältere und erfahrenere Schüler von Hogwarts und von zwei
konkurrierenden europäischen Zaubererschulen antreten.
Unterdessen versetzen die Helfershelfer von Lord Voldemort (Ralph Fiennes) die Zauberergemeinde in Angst und Schrecken: Während der Quidditch-Weltmeisterschaft erscheint am Himmel das Dunkle Mal - ein deutliches Zeichen, dass Voldemort nach der Macht greift. Doch auch ein weiterer erschütternder Umstand macht Harry äußerst nervös - er hat noch immer keine Tanzpartnerin für den Weihnachtsball in Hogwarts.
Bewertung: 

(law).
Dunkle Zeiten stehen Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seinen Freunden
bevor. Albträume plagen den berühmten Zauberlehrling bereits zu
Beginn des Films. Immer wieder erscheint ihm im Schlaf sein ewiger Intimfeind
Lord Voldemort (Ralph Fiennes), der vor 13 Jahren Harrys Eltern ermordet
hat und seither verschwunden ist. In "Harry Potter und der Feuerkelch" nach
der berühmten Buchvorlage von J. K. Rowling bekommen die Fans den bösen
Lord erstmals leibhaftig zu Gesicht, und dementsprechend düster und
spannend fällt der vierte Teil der Reihe aus.
Auch
in Harrys Zauberschule Hogwarts läuft in diesem Jahr nichts so wie
sonst, denn das "Trimagische Turnier", einer der aufregendsten und gefährlichsten
Wettkämpfe für Zauberer, wird ausgerichtet. So gefährlich,
dass es Schülern unter 17 Jahren verboten ist, daran teilzunehmen.
Unerklärlicherweise spuckt der magische Feuerkelch, der die Teilnehmer
bestimmt, trotzdem den Namen des 14-jährigen Harry Potter aus. Doch
die Entscheidung des Kelchs ist verbindlich - Harry muss antreten. In drei
Aufgaben muss er gegen einen Feuer speienden Drachen kämpfen, in die
Tiefen eines Sees voller unheimlicher Wesen tauchen und den Weg durch ein
Labyrinth finden, das ein seltsames Eigenleben entwickelt. Gegen ihn treten
Champions aus den besten Zaubererschulen Europas an: Der bärenstarke
Rumäne Viktor Krum (Stanislav Ianevski) und die zarte Fleur Delacour
(Clémence Poésy) aus Frankreich.
Der
Verlauf des Trimagischen Turniers ist die zentrale Handlung des Films, die
aber immer wieder von Nebenschauplätzen unterbrochen wird. Der schwelende
Konflikt zwischen Harry Potter und Lord Voldemort gipfelt in einer direkten
Konfrontation, die wohl den Höhepunkt aller bisherigen Harry-Potter-Filme
darstellt. Außerdem sind Harry Potter und seine Freunde Ron (Rupert
Grint) und Hermine (Emma Watson) inzwischen in einem Alter, in dem sie sich
mit dem unangenehmsten Gegner überhaupt herumschlagen müssen:
der Pubertät. Das wird spätestens beim großen Weihnachtsball
der Zaubererschule Hogwarts deutlich, wenn Harry und Ron wochenlang schüchtern
versuchen, ihre Traumtanzpartnerin anzusprechen und beim ersten leichten
Kuss auf die Wange zur Salzsäule erstarren. Hermine entscheidet sich
schnell für den heldenhaften Gast-Rumänen, der aber "vom Wesen
her eher körperlich" ist, wie sie ganz fraulich zugeben muss.
Szenen
wie diese sind voll von dem typischen Harry-Potter-Humor, in dem sich Zuschauer
jeder Altersklasse wiederfinden werden. Sie helfen hinweg über den
sprichwörtlichen Ernst des Lebens, der mit diesem Film über die
Harry-Potter-Reihe hineinbricht. Viele Momente sind so furchteinflößend
und dunkel geraten, dass die offizielle Altersfreigabe ab 12 Jahren hinterfragt
werden muss. Da entgeht der junge Harry Potter nur knapp dem Flammentod,
eine Hand wird abgeschlagen, ein embryonales Wesen mutiert im Schnellverfahren
zum halbfertigen weißhäutigen Mann und Spinnentiere werden so
sehr gefoltert, dass ein Mitschüler Harry Potters schon vom Zusehen
ein mittelschweres Trauma erleidet. "Harry Potter und der Feuerkelch" ist
deshalb noch kein Schocker, eine Freigabe erst ab 14 Jahren wäre jedoch
wünschenswert gewesen, die es in Deutschland leider nicht gibt. Immerhin
hat der Film auch etwas wie eine pädagogische Botschaft, wenn sich
während des harten Zauberturniers Schüler aus Frankreich, England,
Indien, China oder Rumänien nicht bekämpfen, sondern friedlich
einander näher kommen.
Sollten
Sie zu den an zehn Fingern abzählbaren Personen gehören, an denen
das Harry-Potter-Fieber bislang spurlos vorübergegangen ist, können
Sie trotzdem einen Kinobesuch wagen: Durch das Trimagische Turnier hat der
Film eine geschlossene Rahmenhandlung, und der neue Regisseur Mike Newell
("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") inszeniert den vierten Teil auch für
Einsteiger verständlich.
Ebenfalls
erstmals dabei ist der Komponist Patrick Doyle, der für den Soundtrack
zu "Sinn und Sinnlichkeit" eine Oscar-Nominierung erhielt. Durch die Arbeit
an vielen Shakespeare-Filmprojekten und -Bühneninszenierungen hat er
sich das nötige britische Feingefühl für die Harry-Potter-Atmosphäre
erarbeitet und gibt den bekannten musikalischen Motiven neuen Schwung. Unter
den neuen Gesichtern unter den Schauspielern fällt vor allem der durchgeknallte
Professor "Mad-Eye" Moody (Brendan Gleeson) auf, der die schwierige Balance
zwischen einem bösen und liebenswerten Charakter meisterhaft halten
kann und einige der witzigsten Szenen des Films liefert.
Fazit: "Harry Potter und der Feuerkelch" ist der bislang düsterste Teil der Reihe, weshalb die ganz jungen Zuschauer mit dem Ansehen lieber etwas warten sollten. Für hochkarätige Spannung ist aber auf jeden Fall gesorgt, und der typische Witz und Charme der Buchvorlage wird vom neuen Regisseur Mike Newell überaus gelungen umgesetzt. Fantasy und Abenteuer, packende Musik und grandiose Schauspieler sorgen wieder einmal für einen magischen Kinoabend.
Alle Bilder: © 2005
Warner Bros. Ent.
Harry Potter Publishing Rights © J.K.R.
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