Mathilde – Eine große Liebe
Kurzinhalt:
(pi).
Jean-Pierre Jeunet und Audrey Tautou, Regisseur und Star von "Die fabelhafte
Welt der Amélie", präsentieren diesmal eine völlig andere
Liebesgeschichte: "Mathilde - Eine große Liebe". Die Filmfassung des
berühmten Romans "Die französische Verlobte" von Sébastien
Japrisot schrieben Jeunet & Guillaume Laurant.
Der Erste Weltkrieg geht zu Ende, doch einer jungen Französin steht
ihr größter Kampf noch bevor: Mathilde hat erfahren, dass ihr
Verlobter Manech zu jenen fünf verwundeten Soldaten gehörte, die
von einem Kriegsgericht verurteilt und als Todgeweihte ins Niemandsland
zwischen den französischen und deutschen Stellungen hinausgeschickt
worden sind.
Mathilde weigert sich jedoch zu akzeptieren, dass sie ihren geliebten Manech
nie wiedersehen wird. So beginnt ihre außergewöhnliche Reise:
Sie will herausfinden, was mit ihrem Verlobten geschehen ist. Ständig
hört sie neue, herzzerreißende Varianten über Manechs letzte
Tage und Minuten. Doch von keiner lässt sie sich entmutigen. Ihr Glaube
ist unerschütterlich, die Hoffnung gibt ihr Kraft, unbeirrbar besteht
sie auf ihrer optimischen Grundstimmung - so verfolgt sie ihr Ziel bis zum
Ende und nimmt diejenigen für sich ein, die ihr helfen können.
Wer sich weigert, den ignoriert sie einfach. Indem sie der Wahrheit über
das Schicksal der fünf unglückseligen Soldaten und ihrer brutalen
Bestrafung näher kommt, erlebt sie das Grauen des Krieges und die von
ihm Betroffenen hautnah: Wer diese Erfahrung übersteht, wird als anderer
Mensch aus ihr hervorgehen... .
Bewertung: 

(sl).
Schon zehn Jahre lang träumt Regisseur Jean-Pierre Jeunet von der Verfilmung
des Romans "Die französische Verlobte" - mit der Realisierung gelingt
ihm nun eines der ehrgeizigsten und ungewöhnlichsten Projekte des französischen
Kinos. Als der Regisseur den Roman von Sébastien Japrisot 1991 las,
zog ihn die außergewöhnliche Liebesgeschichte und ihre Heldin
Mathilde sofort in den Bann, und er wollte sie unbedingt auf die Leinwand
bringen. Zehn Jahre später veränderte der weltweite Erfolg von
"Amélie" die Situation ganz entscheidend. Jean-Pierre Jeunet wusste,
dass die Filmrechte bei Warner Bros. lagen und setzte nun sein Vorhaben
in die Tat um. Denn seine Leidenschaft für eine Verfilmung des Japrisot-Romans
war inzwischen neu entfacht und sogar noch intensiver geworden: Er hatte
nämlich die Idealbesetzung für die Rolle der Mathilde gefunden:
Audrey Tautou.
Jean-Pierre Jeunet beschloss, "Mathilde - Eine große Liebe" mit französischen Schauspielern auf Französisch und mit einem französischen Team in Frankreich zu drehen. Warner Bros. stimmte zu. 35 Prozent des Budgets kamen von Warner Bros., die Produktion übernahm die von Francis Boespflug gegründete französische Firma 2003 Productions, an der Warner Bros. mit einigen Prozent beteiligt ist.
Bei
der Bearbeitung der Romanelemente trafen die Autoren Jeunet und Laurant
einige schwierige Entscheidungen, denn sie mussten die Geschichte filmischer
gestalten. Vor allem ging es darum, die in Briefform geschriebenen Abschnitte
des Buches in die Unmittelbarkeit einer Filmgeschichte zu übersetzen.
Die Verwendung von Briefen, wie sie Mathilde im Zuge ihrer Nachforschungen
erhält und selbst schreibt, ist ein klassischer Kunstgriff der Literatur,
doch es kann sehr schwierig sein, diese Methode auf die Leinwand zu übertragen.
Das ist jedoch wunderbar gelungen! Allerdings wurde an der Literaturvorlage
noch eine entscheidende Veränderung vorgenommen: Mathilde sitzt nicht
im Rollstuhl, sondern ist "nur" an Kinderlähmung erkrankt, wodurch
sie ein Bein nachzieht.
"Wenn Manech tot wäre, dann würde Mathilde das spüren." - das ist die Kernaussage des Films "Mathilde - Eine große Liebe", auf der sich alles aufbaut. Mit unbeirrbarer Selbstsicherheit spürt Mathilde dem Schicksal ihres Verlobten nach, wunderbar von Audrey Tautou gespielt. Überhaupt sind die Charaktere des Films wunderbar gewählt: Mathildes Tante und Onkel, bei denen sie lebt, der rasante Postbote und der schrullige Privatdetektiv. Und in einer ganz kleinen Nebenrolle taucht zur Überraschung Jodie Foster auf.
Das
Paris der 1920er Jahre und vor allem Mathildes Heimat, die bretonische Küste,
sind in wunderbaren Farben eingefangen. Der Film "Mathilde - Eine große
Liebe" erzählt in wunderschön fotografierten Bildern und bis ins
kleinste Detail perfekt und authentisch ausgestattet von Mathildes Suche.
In Rückblenden werden dabei auch immer wieder die Greultaten des Ersten
Weltkriegs eingeblendet. Und genau hier liegt der Knackpunkt des Films:
Die Kriegsszenen, eingetaucht in kalte Blau- und Grautöne, sind in
ihrer Deutlichkeit so grausam, dass diese den Genuss des Film erheblich
beeinträchtigen, denn man ist darauf eingestellt einen Liebesfilm zu
sehen - was ja auch der Filmtitel assoziiert - nicht aber einen Kriegsfilm,
dessen brutale Bilder an "Der Soldat James Ryan" erinnern. So unerschütterlich
wie Mathildes Suche sind auf der anderen Seite die zutiefst erschütternden
Bilder aus den Schützgräben und dem Schlachtfeld.
Die Hauptrollen in "Mathilde - Eine große Liebe" spielen Audrey Tautou, Gaspard Ulliel, Jean-Pierre Becker, Dominique Bettenfeld, Clovis Cornillac, Marion Cotillard, Jean-Pierre Darroussin, Julie Depardieu, Jean-Claude Dreyfus, André Dussollier, Ticky Holgado, Tchéky Karyo, Jérôme Kircher, Denis Lavant, Chantal Neuwirth, Dominique Pinon, Jean-Paul Rouve und Michel Vuillermoz. Hervorzuheben ist außerdem die wunderbare Filmmusik von Angelo Badalamenti, dessen melancholisches Titelthema den Film immer wieder gelungen unterstützt.
Fazit:
"Mathilde - Eine große Liebe" ist - im wahrsten Sinne des Wortes - grausam schön: Kein anrührender Liebesfilm, sondern ein schon fast dokumentarischer Film über ein französisches Einzelschicksal im Ersten Weltkrieg. Wer sich darauf einstellt und bei der Unmenge französischer Namen nicht den Überblick verliert, kann die bretonische Schönheit und die vielen wunderbaren cineastischen Feinheiten vielleicht und hoffentlich genießen!
Alle Bilder: © 2000-2005 Warner Bros. Pictures
Germany, a division of Warner Bros. Entertainment GmbH
Besetzung und Stab:
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Infos:
Weitere Informationen zum Film unter: www.mathilde-derfilm.de
Tipp:
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