NAPOLA – Elite für den Führer
Kurzinhalt:
(pi).
Deutschland 1942. Das Hitler-Regime ist auf dem Höhepunkt seiner politischen
und militärischen Macht. Der 17-jährige Friedrich Weimer (Max
Riemelt) aus dem Berliner Arbeiterbezirk Wedding ist ein begabter Boxer.
Sein Talent öffnet ihm die Türen zu einer Nationalpolitischen
Erziehungsanstalt, der NAPOLA Allenstein, wo die zukünftige Elite des
großdeutschen Reiches herangezogen werden soll. Friedrich sieht die
Chance seines Lebens, sich von seinen Klassenschranken zu befreien und meldet
sich gegen den Willen seiner Eltern in der alten Ordensburg an. In der ihm
fremden Welt, beherrscht von nationalsozialistischer Zucht und Ordnung,
erfährt er harten Konkurrenzkampf und unerwartete Kameradschaft. Bis
ein grausamer Einsatz gegen entflohene Kriegsgefangene und die wachsende
Freundschaft zu dem stillen und sensiblen Albrecht Stein (Tom Schilling),
dem Sohn des Gauleiters, ihn vor eine Wahl stellen, die auch das Ende seiner
Jugend bedeutet... .
Bewertung: 

(sl). Ein brisantes, bislang wenig beachtetes Thema greift Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel mit seiner bewegenden Geschichte um Menschlichkeit und Zivilcourage auf. Denn auch wenn viele, darunter der Parlamentarier Rüdiger von Wechmar, "Zeit"-Herausgeber Dr. Theo Sommer oder Publizist Dr. Hellmuth Karasek, die Kaderschmieden des Dritten Reiches durchliefen, wurde über die Vorgänge in Hitlers Eliteschulen lange Stillschweigen bewahrt.
"NAPOLA
- Elite für den Führer" liefert nicht nur beklemmende Erkenntnisse
über das Erziehungskonzept des Führers Adolf Hitler. Der Film
besticht vor allem durch die universelle Geschichte einer tiefen Freundschaft
über soziale Barrieren hinweg und schildert den schmerzhaften Prozess
des Erwachsenwerdens und den Kampf um die Wahrung der Menschenwürde
in extrem schwierigen Zeiten.
Gedreht wurde die mit Max Riemelt, Tom Schilling, Justus von Dohnányi, Devid Striesow und anderen sowohl prominent als auch mit Nachwuchstalenten besetzte Zeit-Geschichte im Herbst 2003 vorwiegend in Prag. Bereits vor dem Kinostart fand der Film große nationale und internationale Beachtung: "NAPOLA - Elite für den Führer" wurde mit dem Deutschen Filmpreis 2003 für das Beste unverfilmte Drehbuch und auf dem Viareggio European Filmfestival 2004 als Bester Film ausgezeichnet. Hauptdarsteller Max Riemelt wurde beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary als Bester Darsteller geehrt. Darüber hinaus wurde der Film auf dem Filmfest The Hamptons mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Doch
allen Vorschußlorbeeren zum Trotz verspielt der Film sein großes
Potential, denn leider ist er in seiner Dramatik so vorhersehbar, dass er
nach der Hälfte anfängt langweilig zu werden - und genau das ist
das Schlimmste, was einem Film mit so einem sensiblen und vor allem wichtigen
Thema passieren kann.
"In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich ... Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein ... Stark und schön will ich meine Jugend ... So kann ich das Neue schaffen!" sagte einst Adolf Hitler, und dieses erschreckende Zitat macht deutlich, mit welcher Unmenschlichkeit und Härte die Jugend in den Eliteschulen "herangezüchtet" wurde. "NAPOLA - Elite für den Führer" schafft es, diesen kleinen Teil der nationalsozialistischen Geschichte in überaus gelungenen Bildern darzustellen - und das bemerkenswert sachlich, weswegen der Film auch für Schüler geeignet ist.
Die
schauspielerischen Leistungen, allen voran von beiden Jungschauspielern
Max Riemelt als boxbegeisterter Friedrich Weimer und Tom Schilling als schriftstellerisch
begabter Gauleitersohn Albrecht Stein, sind brillant. Der Film ist bis in
die Nebenrollen perfekt besetzt und ausgestattet. Justus von Dohnányi
als Gauleiter und unterkühlter Vater, der nicht mit seinem sensiblen
Sohn umgehen kann, und Michael Schenk als Josef Peiner, der brutale Lehrer
für Leibeserziehung, lassen den Zuschauer durch ihre intensive Darstellung
erschaudern.
Die eindringliche Geschichte einer Jungenfreundschaft, die durch die grausamen Mechanismen und Manipulationen der damaligen Zeit jäh beendet wird, gibt zugleich ein spannendes und tragisches Zeugnis von dem Verlust der Unschuld, der Ideale und der Jugend einer ganzen Generation. "NAPOLA - Elite für den Führer" ist trotz seiner Vorhersehbarkeit ein sehenswerter Film, denn er offenbart ein Kapitel deutscher Geschichte, das lange tabuisiert war!
Alle Bilder: © 2004 Constantin Film, München
/ Olga Film
Besetzung und Stab:
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Infos:
Weitere Informationen zum Film unter: www.constantinfilm.de
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