Terminal
Kurzinhalt:
(pi).
Viktor Navorski (Tom Hanks) steigt in einem osteuropäischen Land in
ein Flugzeug, um endlich einmal New York zu besuchen. Während er noch
auf dem Flug in die USA ist, brechen in seinem Heimatland Unruhen aus. Gestrandet
auf dem internationalen Flughafen John F. Kennedy – mit einem Pass
von Nirgendwo – ist es ihm nun nicht mehr gestattet, in die Vereinigten
Staaten einzureisen. Kurzentschlossen improvisiert Viktor deshalb seinen
Aufenthalt in der Transit-Lounge des Flughafenterminals - bis der Krieg
in seiner Heimat beendet ist.
Während die Tage und Nächte zu Wochen und die dann gar zu Monaten
werden, entdeckt Viktor, dass das in sich geschlossene Universum des Terminals
eine vielschichtige, komplexe Welt voller Absurditäten, Großzügigkeit,
Ehrgeiz, Amüsement, Statusdenken und schicksalhafter Vorbestimmung
ist. Und sogar Romantik, was in seinem Fall mit der schönen Flugbegleiterin
Amelia (Catherine Zeta-Jones) zu tun hat.
Doch mit einer Idylle hat das Flugplatzleben dann doch weniger zu tun. Denn
es dauert nicht allzu lange, da hat Viktor das Wohlwollen des Flughafenbeamten
Frank Dixon (Stanley Tucci) eindeutig überstrapaziert. Dixon empfindet
Viktor immer deutlicher als bürokratischen Störfaktor, als ein
fleischgewordenes Problem, das der eifrige Beamte zwar nicht kontrollieren
kann, aber allzu gerne aus der Welt schaffen würde... .
Bewertung: 

(pr.) Der außergewöhnliche Film "Terminal", unter Regie von
Steven Spielberg entstanden, ist eine gelungene Komödie mit Herz über
den Mikrokosmos Flughafen. Anrührende Szenen, wie die Hilfe, die Viktor
Navorski vom Flughafenpersonal erhält, wechseln mit Momenten feiner
Ironie und Situationskomik, in denen man Tränen lacht. Auch wenn Handlung
und Figuren fiktiv sind, ist doch mehr als ein Fünkchen Wahrheit an
der Geschichte: Ein Iraner lebt seit 16 Jahren auf dem Flughafen Paris,
obwohl er inzwischen ein Visum bekommen könnte.
Tom
Hanks verkörpert glänzend die Rolle des Viktor Navorski, der zu
Beginn hilflos, mit nur wenigen Brocken Amerikanisch, auf dem Flughafen
von New York festgehalten wird und sich nach und nach in dieser unbeständigen
Welt einlebt. Leider bleibt Catherine Zeta-Jones als gut aussehende Stewardess
ein wenig konturenarm. Herrlich emotionsvoll spielt Stanley Tucci den Flughafenbeamten
Frank Dixon, der zunächst freundlich und hilfsbereit den staatenlosen
Störenfried loswerden möchte, mit der Zeit jedoch wütend
zu immer aggressiveren Mitteln greift. In diesen Szenen klingen auch sozialkritische
Komponenten an.
Weiteres Personal des Flughafens strapaziert mit Tat und Wort wiederholt
die Lachmuskeln, jedoch nicht mit billigen Gassenhauern, sondern mit feinen,
ironischen Tönen: Kumar Pallana spielt den indischen Hausmeister des
Flughafens Gupta Rajan, dessen einziges Vergnügen es ist, eilige Passagiere
auf seinem gewischten Boden ausrutschen zu sehen. Gespannt warten die Zuschauer
von Mal zu Mal mit Viktor Navorsky vor Einwanderungsbeamtin Dolores Torres,
von Zoë Saldana gespielt, ob sie erneut sein Einwanderungsformular
mit "Abgewiesen" abstempelt oder diesmal ein "Genehmigt" darunter setzen
wird. Ebenso überzeugend verkörpern Chi McBride, Diego Luna, Barry
Shabaka Henley ihre Rollen als Flughafenpersonal.
Einziger Wermutstropfen ist die unrealistisch-kitschige Flughafenhochzeit:
Ohne den Catering-Mitarbeiter Enrique Cruz, von Diego Luna gepielt, kennen
gelernt zu haben, nimmt Beamtin Torres nach Viktors Kupplungsaktionen, dessen
Heiratsantrag an.
Die aufwändige Kulisse des Flughafens ist extra für den Film angefertigt
worden. Sie soll zwar den JFK-Flughafen darstellen, ist jedoch eine Mischung
verschiedener internationaler Terminals. Ebenso beeindruckend wie die Flughafenszenen
mit Tausenden von Statisten ist die wunderschöne Musik zum Film: eine
Liebeserklärung an den Jazz. In das Gesamtorchester sind Instrumente
wie Klarinette, Zimbel und Akkordeon integriert, Elemente der osteuropäischen
Musik, "um auf Viktors Herkunft und Kultur zu verweisen", wie Komponist
John Williams erklärt.
Auch wenn "Terminal" von US-Kritikern sowie bei dem Filmfestival in Venedig
keine guten Kritiken erhielt, sollte man sich dieses ungewöhnliche
Werk nicht einfach entgehen lassen. Vermutlich ist der Film für Spielberg-Fans,
die den Regisseur als Macher von Blockbustern kennen und lieben, enttäuschend,
denn "Terminal" zeichnet insbesondere die leisen Töne aus. Steven Spielberg
ist sein Vorhaben, einen Film zu drehen, "der einen zum Lachen und zum
Weinen bringt, durch den man sich mit der Welt versöhnen kann"
wirklich gelungen. Lachmuskeln und Herz werden sich garantiert bei "Terminal"
bewegen.
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Besetzung und Stab:
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Infos:
Weitere Informationen zum Film unter: www.uip.de
Tipp:
CD zum Film |
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