Verliebt in eine Hexe
Kurzinhalt:
(pi).
Freundlich ausgedrückt hat Jack Wyatt (Will Ferrell) seine besten Tage
als Leinwandstar schon lange hinter sich. Ein Comeback muss her und sein
enthusiastischer Agent Richie (Jason Schwartzman) hat bereits das rettende
Projekt zur Hand: ein Remake der legendären Fernsehserie "Verliebt
in eine Hexe".
Fehlt nur noch eine weibliche Partnerin, die in der Rolle der nasekräuselnden
Hexe Samantha Jack nicht in die Quere kommt. Die hinreißende Isabel
Bigelow (Nicole Kidman) scheint wie geschaffen für den Part - sie stand
noch nie vor der Kamera, hat sich Hals über Kopf in Jack verliebt und
kann die Nase kräuseln. Was keiner ahnt: Isabel ist noch aus einem
ganz anderen Grund die Idealbesetzung - sie ist nämlich auch im wahren
Leben eine Hexe.
Als sie feststellt, dass Jack sie schlicht belogen hat, greift sie auf ihre
außergewöhnlichen Fähigkeiten zurück - und verführt
den Star der Show nach allen Regeln der Hexenkunst... .
Bewertung: 

(flk). Ja, auch als Hexe hat man es manchmal nicht leicht: Die nervige
Installation eines Videorecorders erledigt man flugs mit Hilfe der Zauberkraft,
und auch der Kauf eines neuen Autos gestaltet sich schnell, unkompliziert
und vor allem gratis. Wie aber soll man so jemals selbstständig werden,
wie lernen, die im Leben auftretenden Probleme mit
Verstand und Eigeninitiative zu meistern? Vor diesem Problem steht in der
Romantikkomödie "Verliebt in eine Hexe" auch Isabel Bigelow (Nicole
Kidman), ihres Zeichens nämlich eine solche Hexe, eine gute aber und
verdammt hübsch noch dazu. Sie hat es satt, dass ihr Dank ihrer magischen
Fähigkeiten alles in den Schoß fällt, will stattdessen ein
normales Leben in einer biederen amerikanischen Vorstadt mit einem liebenswerten
Mann führen. Gesagt getan, Isabel zieht also in die akkurat gepflegte
Vorstadtheimeligkeit in Kaliforniens San Fernando Valley.
Doch erstens kommt immer alles anders und zweitens als man denkt. Das "Unheil" nähert sich nämlich in Gestalt des abgehalfterten Filmstars Jack Wyatt (Will Ferrell), der für ein Remake der alten 1960er-Jahre-Sitcom "Verliebt in eine Hexe" ein junges, unverbrauchtes Gesicht sucht. Als er auf Isabel trifft, weiß er sofort: die und keine andere!
Die
Hexe, die keine mehr sein will, verliebt sich prompt - wie könnte es
auch anders sein - in den charismatischen Schwerenöter und sagt für
die Rolle zu. Augenscheinlich wurde Isabel auf Grund ihres im wahrsten Sinne
des Wortes bezaubernden Äußeren und ihrer Ähnlichkeit zu
der früheren Serienheldin ausgewählt, doch es gibt noch eine andere
Wahrheit, die sich die manchmal doch arg naive Isabel nie ausgemalt hätte:
Jacks überaus eifriger Agent Richie (Jason Schwartzman) plant nämlich
zusammen mit ihm das große Comeback seines Schützlings, der nach
dem Desaster seines letzten Independentfilms "One day in Katmandu" vor den
Trümmern seiner großen Karriere steht. Da würde eine talentierte
zweite Hauptdarstellerin natürlich nur stören - nicht auszudenken,
wenn Supermacho Jack ausgerechnet von einer Frau an die Wand gespielt werden
würde. Genau das ist es aber, was Isabel beschließt zu tun, als
sie von den Absichten der beiden erfährt. Mit Hilfe ihrer Zauberkraft
- auf die sie ja eigentlich verzichten wollte, aber nun gut, der Zweck heiligt
ja bekanntlich die Mittel - legt sie Jack bei den Dreharbeiten allerlei
Nonsens in den Mund und beginnt selbst ganz groß aufzuspielen.
Zusammen
mit ihrer leicht verschrobenen Tante Clara (Carole Shelley), der dauerquäkenden
Nachbarin Maria (Kristin Chenoweth) und der ewig frustrierten Regieassistentin
Nina (Heather Burns) schlägt das infernalische Frauenquartett dann
zurück. Ein Fluch, der Jack verhexen soll - ja, aber so etwas funktioniert
eben nur mit Zauberei - wird in einer okkulten Messe beschworen, und als
Isabel am nächsten Tag am Set erscheint, ist Jack wie ausgewechselt.
Überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen ist der selbstverliebte alte
Egomane und beginnt sogleich seine Filmpartnerin Isabel hemmungslos anzuschmachten.
Als die dann nach einem romantischen Date endlich realisiert, dass hier
wohl ein Liebeszauber am Wirken ist, muss sie sich ernsthaft fragen, ob
sie wirklich einen Mann will, den sie wohl wieder nur ihren magischen Fähigkeiten
verdankt.
Der
Film "Verliebt in eine Hexe" ist eine zuckersüße Romantikkomödie,
die vor allem vom Schauspieltalent und Charme seiner Hauptdarstellerin Nicole
Kidman getragen wird (wer allerdings auf die Idee mit ihrem abartigen Hut
gekommen ist, der sollte zur Strafe selbst einen solchen für den Rest
seines Lebens tragen müssen). Die Story ist nicht - so wollten es die
Verantwortlichen - als eine platte Kopie der Fernsehserie angelegt, sondern
es sollte deren Charme und Witz in einen zeitgemäßen Plot eingearbeitet
werden. Soweit die Idee. Woran aber das von Nora und Delia Ephron geschriebene
Drehbuch und leider auch der Film, bei der erstere Regie führte, krankt,
ist die flache Grundidee. Die ganze Handlung läuft viel zu sehr nach
"Schema F" ab, ist mehr oder weniger vorhersehbar und bietet wenig Überraschendes.
Die zahlreichen Möglichkeiten, die sich durch die übernatürliche
Begabung von Isabel ergeben hätten, wurden zu wenig ausgenutzt und
erschöpften sich vielmehr in kleinen Irrungen und Wirrungen, die aber
die Protagonisten natürlich nicht von ihrem vorgezeichneten Weg abbringen
können.
Warum
man sich den Film trotzdem ansehen sollte? Nun, das was die beiden Hauptdarsteller
aber auch der Rest der Besetzung zeigen, ist wirklich nette Unterhaltung
und entschädigt doch für so einige Schwächen des Plots. Neben
einem gut aufgelegten Jack Wyatt und Nicole Kidman, die in "Verliebt in
eine Hexe" wieder einmal zeigt, warum sie zu den ganz großen Hollywoods
gehört und in der Rolle der Isabel richtig aufzugehen scheint, glänzen
vor allem die Nebendarsteller. Besonders hervorzuheben ist hier der hoffnungsvolle
Nachwuchsmime Jason Schwartzman, der den Typus des kleinen Speichelleckers
perfekt verkörpert und mit seiner unnachahmlichen Gestik für einige
Lacher sorgt. Bei Heather Burns ist es ihre Darbietung als unscheinbare,
wenig beachtete Regiehospitantin, die die Zuschauer mit ihr mitleiden lässt
und beim Schwelgen in ihren Rachephantasien wohl manches Mal auch an ihren
eigenen Büroalltag erinnern wird. Vergessen werden dürfen in diesem
Reigen natürlich nicht die beiden Altstars des Ensembles, nämlich
der zweifache Oscar®-Preisträger Michael Caine als Isabels Vater
und die ebenfalls Oscar®-prämierte Shirley MacLaine als Schwiegermutter
der Sitcom, die zusammen ein gar herrliches Liebespärchen abgeben.
Zum dann letztendlich doch versöhnlichen Gesamteindruck trägt ganz erheblich auch der Soundtrack von George Fenton bei, der unter anderem viele bekannte Songs wie beispielsweise Frank Sinatras "Witchcraft" oder die wunderschöne Ballade "Everybody Hurts" von REM enthält und seinen Teil zur Ungezwungenheit und Leichtigkeit des Films beiträgt.
Fazit:
"Verliebt in eine Hexe" ist eine kurzweilige Romantikkomödie:
Süß wie Zuckerwatte, und der perfekte Film fürs erste Date
oder ähnliche Gelegenheiten!
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Besetzung und Stab:
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